PAR

Geschmack als Prüfinstrument

 

Was ist PAR?

PAR steht für:
Produkt – Information über dessen  Herkunft, Lage, Sorte, Ausbauart 

Analyse - das sensorisch, mengenmäßige Erfassen von sicht-, schmeck- und riechbaren Produkteigenschaften. 

Ranking - die Bewertung nach Herkunft und Machart nach sensorisch Inhaltsstofflicher Analyse(A)

PAR ist ein Beurteilungssystem sensorischer Wahrnehmungen, das in einen quantitativen/dokumentativen Teil und in einen qualitativen Teil aufgeteilt ist.  Dabei geht es nicht um subjektive Vorlieben!
PAR Verkostungsergebnisse geben Informationen darüber wie ein Wein schmeckt und nicht ob er dem Verkoster schmeckt.

 

  1. Im Fokus steht das zu prüfende Produkt. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind dessen sensorischen Eigenschaften unabhängig vom Erzeuger.
  2. Der Prüfer beurteilt, wenn nicht vorher anders angegeben, immer im Hinblick auf Herkunft, Eigentypizität und Machart.
  3. Die hedonistischen subjektiven Vorlieben der Verkoster sind möglichst auszuschliessen, um ein fachliches, produktorientiertes und nachvollziehbares Urteil zu erhalten.
  4. Es gibt keine Fehler, sondern Ausprägungen oder Charaktereigenschaften, ebenso kein "schönes" oder "gutes" bzw "schlechtes" Aroma per se. Die qualitativen Beurteilungen (R)  erhalten ihre Begründung durch inhalsstoffliche ausgelöste, sensorische Wahrnehmungen.
  5. Ziele sind hohe Reproduktionswerte, die durch ständige Kalibration und Reflektion (wie ist das Produkt gewollt, wo kommt es her) erreicht werden.
  6. PAR ist eine Individualprüfung. Das bedeutet die zu prüfenden Parameter werden im Verhältnis zur Vorgabe des Erzeugers und der Produktherkunft gewertet. Je mehr Details dem Prüfer über das Produkt bekannt sind, desto besser kann er die sensorischen Eigenschaften ins Verhältnis zum erwarteten Wert setzten. Der Gegensatz zur Indiviualprüfung ist die Normprüfung. Sie geht von einem optimalen, meist jedoch nicht standartisierten Wert aus, wie ein Wein zu sein hat, den es aber nicht geben kann (z.B. Riesling Spätlese trocken). Wird die individuelle Standarderwartung nicht erreicht kommt es zum Punkteabzug bei der Qualität.
  7. Die hohe Prüfgenauigkeit, erzielt durch das reflektive Bewusstsein der aktiven Verkoster, ist der USP von PAR.

Kalibration:

Die Kalibration der Tester ist sicher eines der wichtigsten Instrumente um hohe Reproduktionsraten zu erzielen.

Die wichtigsten Punkte der Kalibration bei PAR:

  1. Ständige Refelxion der eigenen Erfahrungswerte
  2. Die Prüfung erfolgt unter dem Anforderungsaspekt. Bei PAR, wenn nicht anders definiert, immer auf das Produkt, dessen Herkunft und wenn möglich dessen Machart.
  3. Hedonistische Argumentation wie lecker, toll, harmonisch etc. müssen erklärt werden
  4. Sensorische Standards
  5. Best Practice, d.h. keine Laborbedingungen sondern der tägliche Umgang mit Wein oder anderen Produkten muss reflektiert und entsprechend argumentiert werden. Daraus ergeben sich Möglichkeiten der Optimierungen und beratende Elemente zur Bewusstmachung der Prüfsituation.

 

Mit PAR

  • lässt sich die „Ist“ Situation der Weine darstellen.

  • erkennt man genau, an welchen „Stellschrauben“ des Produkts noch Veränderungen vorgenommen werden können.

  • lassen sich die eigenen sensorischen Fähigkeiten üben und ausbauen.

  • lassen sich sensorische Ergebnisse miteinander vergleichen und davon Informationen ableiten.

  • lassen sich Kundenvorlieben mit dem tatsächlichen Geschmack des Weines abgleichen.

  • lässt sich die Entwicklung der Weine dokumentieren.

  • lassen sich Weine untereinander sehr gut vergleichen.

  • erkennt man selbst zwischen sehr ähnlichen Weinen Unterschiede.

  • lassen sich Weine exakt beschreiben und wiedererkennen.

 DER PAR BOGEN: