Perzeption und Sensation

Empfindung und Wahrnehmung
Von Anfang an war es mein Bestreben in der sensorischen Arbeit möglichst objektiv erfassen und dokumentieren zu können. Auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen, wurde ich aufmerksam auf diese beiden Begrifflichkeiten aus der Wahrnehmungspsychologie. Für eine objektive Darstellung von Sinneseindrücken ist es wichtig, diese beiden Bewusstseinsebenen voneinander unterscheiden zu können.



Verkürzte Definition:

Perzeptionen sind primär unbewusste Prozesse individueller Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die im Bewusstsein des Informationsempfängers sogenannte Vorstellungsbilder von wahrgenommenen Teilaspekten der Wirklichkeit entstehen lassen. Die Perzeption umfasst im weiteren Sinne auch unbewusste und emotionale Vorgänge des unbewussten Empfindens. Dieser Zwischenschritt aus unbewusster Empfindung und noch nicht interpretativer Sensation nennt man Apperzeption und stellt eher eine bewusste Ebene dar, die ich gerne als dokumentierbare, sensorische Möglichkeit sehe.

Perzeptionen sind also ungefilterte, unbeurteilte und somit wertfreie Sinneseindrücke, quasi die „Roh-Information“, mit der wir einen Wein, ein Olivenöl etc. quantitativ charakterisieren können.

Erst mit der Sensation, also der „Wahrnehmung“ werden diese Sinneseindrücke bewusst und sofort unwillkürlich assoziiert, subjektiv gespeichert und individuell verarbeitet. Der primärsensorische Reiz verliert seine Objektivität.

Diese verarbeiteten Reize sind schwer rückführbar, da sie extrem vielen subjektiven Verarbeitungsprozessen unterliegen.

Für eine objektive Beurteilung eines Weines oder einer Speise sind durch subjektive Wahrnehmung beeinflusste Aussagen unbrauchbar. Die Prototypen solcher Beurteilungen sind rein interpretative Aussagen wie „lecker“, „gut“, „schlecht“ oder alle anderen hedonistisch geprägten Beurteilungen.

Die Reflexion der eigenen Wahrnehmung ist der Weg, möglichst objektive oder zumindest nicht interpretierte Empfindungen trennscharf differenzieren zu lernen.

In meinen Sensorikseminaren werden solche wesentlichen Prozesse geübt und erläutert.

Hier lernen Sie, wie aus konstruierten (jeder konstruiert sich sein eigenes Bild), subjektiven Informationen sensationeller Art (Wahrnehmung) tendenziell objektive Informationen perzeptioneller Art gewonnen und abgeleitet werden können.